Hä? Wieso denn das jetzt? Microsoft geht's doch seit jeher nur um Gewinnmaximierung und Don't-Be-Evil-Google verzichtet mit dem Rückzug aus dem China-Geschäft – zumindest scheinbar – auf ganz, ganz viel Kohle. Ja, angesichts soviel Redlichkeit ist sogar von Neo-Humanismus die Rede. (Ganz unabängig vom Thema stolper ich grad über den Titel "Die Stasi war eine Organisation wie Google", *hihi*).
Nein, gehen soll es in der provokativen Titel-Frage um die Software: Ein neben den notwendigen Voraussetzungen: den Sicherheitslücken ganz wesentlicher Grund dafür, daß Microsoft-Software in den letzten 10-15 Jahren immer wieder 'Opfer' von Viren, Würmern und sonstigem Getier geworden ist, war die große Verbreitung von MS-Software: Jeder Hanswurst hat sie genutzt und nutzt sie nach wie vor – es hat sich halt einfach am meisten gelohnt, in ihr nach Sicherheitslück zu suchen und diese auszunutzen.
Google-Mail/Reader/Docs/Calendar/Wave/etc ist, was die große Verbreitung angeht, auf einem ähnlichen Weg bzw. diese Verbreitung ist trotz aller China-Aussteigerei Googles angestrebtes Ziel. Und übrigens ja nicht nur die Verbreitung, sondern auch Microsofts Zielgruppe (Firmen) ist mit einigen Anwendungen anvisiert. Oder anders ausgedrückt: Aus Böse-Hacker-Perspektive werden Google-Anwendungen wie Mail oder Docs zunehmend so interessant wie Outlook oder Office. Und der Schaden (bzw. je nach Perspektive: der Nutzen) ist möglicherweise angesichts dieser dank Cloud sehr zentral angebotenen Dienste umso größer (man denke bspw. an den Ausfall von Gmail vor einem halben Jahr).
Was neben der hinreichenden Bedingung (Zielgruppe-Sein) also noch fehlt: Die o.a. notwendigen Voraussetzungen (Sicherheitslücken). Denn angeblich hängt dieser 'China-Hack' wohl eher mit einer Sicherheitslücke im Adobe-Reader oder sogar dem Internet-Explorer (so schließt sich der Kreis) zusammen. Aber auf welchem Weg man Google hacken kann, kann den Hackern ja egal sein.
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