Höre grad eine Diskussion über die Abschaffung der Wehrpflicht. Mit dabei Ex-General Harald Kujat und ein Professor für politische Theorie. Ich möchte, noch bevor die Sendung beendet ist, in meiner Funktion als Laie für politische Theorie etwas mitpartizipieren: Glaube ich doch, daß man die Dinge nicht getrennt voneinander betrachten kann.
Die Bundeswehr ist im Steten-Tropfen-Höhlt-Den-Stein-Verfahren von einer Armee für graue Kalte-Kriegs-Theorie zu einer einer geworden, die in richtigen Kampfeinsätzen (mit echtem Blut und viel schlimmeren Dingen) Handelswege sichert, wie sich Ex-Präsident Köhler verplapperte.
"Uff! Es geht ja längst nicht mehr nur darum, daß unsere Söhne vor der Ehe lernen, wie man Hemden akkurat auf Din-A-4-Größe faltet!" schrecken die Eltern der Alexanders, Maximilians und Friedrichs auf, die schon beim Hamburger Volksentscheid gegen die Durchlässigkeit im Bildungssystem gestimmt haben.
Btw: Dabei hätte man sich den ganzen Quatsch mit Einheitsschulen-Diskussion und Volksentscheid auch schenken können, nur um Bestehendes zu bewahren. Dafür sorgen die Lehrer letztlich selbst, wie eine Studie feststellte:
Jungen mit dem falschen Vornamen haben es schwer: Lehrer trauen kleinen Kevins und Justins nicht nur weniger zu als Kindern, die Alexander oder Maximilian heißen. Die Pädagogen benoten sie mitunter auch schlechter - bei gleicher Leistung. [spiegel.de]
Wie auch immer: Für Vorzeigeunternehmer Karl-Theodor von und zu Guttenberg war es eine Frage der Wehrgerechtigkeit, die Wehrpflicht abzuschaffen, es werde ohnehin nicht mehr jeder eingezogen. Dann doch lieber eine Freiwilligenarmee.
Ich glaube, die Frage, wer sich denn nun freiwillig meldet, um Handelswege zu sichern, nämlich die Alexanders, Ulrichs oder Friedrichs auf der einen Seite, die ein paar Jahre später die Unternehmen führen können, für die die Handelswege gesichert werden oder auf der anderen Seite die Kevins, Justins oder Stevens, die nach ihrer Schulkarriere und dem damit einhergehenden Ende ihrer Bildungskarriere nicht wissen, was sie mit 17, 27 oder 37 machen sollen, reduziert sich damit auf eine rhetorische. Alles wie in Amerika.
Aber nicht dumm von Guttenberg, eine Folge der Bildungsungerechtigkeit "Wehrgerechtigkeit" zu nennen (ihn haben seine Lehrer sicherlich unabhänig von seinem Vornamen dufte bewertet!). So ein Talent verschwendet man doch nicht in Kampfeinsätzen!
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