Gestern Abend in einem Magazin-Beitrag unserer französischen Freunde auf arte gelernt, daß 58 Prozent der Menschen auf der Welt kein stilles Örtchen haben, wo sie ihre Notdurft verrichten können. Oder waren es sogar 68 Prozent? Egal, denn eigentlich fand ich nicht die nackten Zahlen interessant, sondern, während diese genannt wurden, die Frage, wie denn das sonst 'organisiert' wird.
Um das zu illustrieren, ist das Kamerateam in eine sehr arme Gegend nach Südindien gereist. Wenn man auf ein stilles Örtchen Wert legt hat, man ein Problem: Um ein solches ohne Wände drumrum zu finden und ohne daß die 'Abfälle' im Alltag zu sehr stören, müsse sie, wie eine Frau erzählte, dort zwei bis drei Kilometer aus dem Dorf laufen (von den ganzen Problemen mit Krankheiten mit vielen Toten als Folge mal abgesehen). Besonders doof für die Frauen dort, die sich nicht spontan vom Haus entfernen dürfen und die ihrem Bedürfnis demnach nicht in Echtzeit nachgehen können.
Glücklicherweise gibt es eine Frau (und die war Anlass für den Film), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Trockentoiletten in der sog. dritten Welt zu etablieren, die direkt neben den Häusern stehen können, und sie hatte diese in jenem Dorf bereits eingeführt. Die Männer in dem Dorf stehen der Sache zwar noch skeptisch gegenüber (die Benutzung dieser Klos gilt unter ihnen als unmännlich), aber insbesondere für die Frauen dort ein unglaublicher Fortschritt, weil unermessliche Erleichterung ihres Alltags.
Huch, was laber ich dem Leser hier ne Frikadelle ans Ohr: Den Film kann man sich ja sogar anschauen, wie ich soeben feststelle.
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