Dienten in der Moderne die Metaerzählungen noch dazu, gesellschaftliche Institutionen, politische Praktiken, Ethik und Denkweisen zu legitimieren, so geht in der Postmoderne dieser Konsens verloren und löst sich auf in eine Vielzahl von nicht miteinander zu vereinbarenden Wahrheits- und Gerechtigkeitsbegriffen. [de.wikipedia.org]
Leider fehlten mir bisher sowohl Zeit als wohl auch Intellekt, mich mit der dahinterliegenden Theorie von Jean-François Lyotard eingehender zu beschäftigen (alles, was ich bisher mitbekommen hab, klingt höchst vielversprechend). Zitiert und unter "gefährliches Halbwissen" eingeordnet sei es hier dennoch, denn als ich erstmals vom Ende der Metaerzählung hörte, war mein erster Gedanke, das Internet sei der Katalysator dieses Prozesses – und Schaubühne zugleich (wie jüngst bei der Netzsperren-Diskussion oder in dieser Diskussion erlebt). Auch daß das Zitat oben ausgerechnet in der Wikipedia zu lesen ist, finde ich durchaus bemerkenswert...
Falls nun übrigens jemand Angst bekommen hat, sei es abschließend noch um einen Satz ergänzt:
Zugleich nimmt eine tolerante Sensibilität für Unterschiede, Heterogenität und Pluralität zu und damit die Fähigkeit, die Unvereinbarkeit der Sprachspiele zu ertragen. [de.wikipedia.org]

[Jean-François Lyotard | Bild von Bracha L. Ettinger, auf wikipedia unter CC-Lizenz veröffentlicht]
Kommentare
04.08.2009 - 11:37 — ben_ (not verified)
Also Thomas, Deine
Also Thomas, Deine Tiefstapelei ist ja ein netter Ausdruck von Demut, wird Dir aber nicht gerecht. Tsts.
Sehr schön: Das Bild rechts neben dem Artikel. Sehr schön.
Inhaltlich: Da muss ich mir mal genauer ansehen, passt es doch gut – wie wir ja neulich besprachen – zu Martin Albrows "Abschied vom Nationalstaat".
04.08.2009 - 12:38 — Thomas
Meinste das mit dem
Meinste das mit dem Intellekt? Das soll kein billiges Fishing-For-Compliments-Understatement sein, sondern ist ernstgemeint: Ich habe aus einem guten Grund tatsächlich mal in diese Texte reingeschaut und only Station verstanden - außer: da wird offenbar viel an Wissen/Theorie vorausgesetzt, das/die ich schlicht und einfach nicht habe.