Wollen wir den unendlich vielen Erfahrungsberichten über Macbooks halt noch einen weiteren hinzufügen; mit etwas Glück zeichnet sich dieser dadurch aus, daß er der letzte ist ;) Schonmal vorwech: Ich hab das Gerät heute genau zwei Monate lang und bin sehr zufrieden.
Ausgangssituation
Vergesse ich zu Beginn nicht, woher ich komme: Von zwei sechs Jahre alten Klapprechnern, ein HP, mit dem ich hochzufrieden bin, das sich speichermäßig allerdings nicht mehr aufrüsten ließ und einem (noch IBM) Thinkpad, das ich vglw. günstig im Internet erworben hatte und das, sagen wir mal so, zuvor offenbar intensiv im dienstlichen Einsatz war (manchmal dachte ich: im Kriegseinsatz): alles funktionierte, aber Display, Lüfter etc waren die Betriebsstunden deutlich anzumerken. Gegen die beiden Rechner in ihrem Ist-Zustand zu glänzen, wäre wahrscheinlich auch für höherwertige Nicht-Macbooks kein Problem.
Doch damit – höherwertige Nicht-Macbooks – sind wir schon beim nächsten Thema: Find sowas mal in einem Oberzentrum wie Bielefeld. Ich wollte keinesfalls, mich nur auf Testberichte verlassend, einen Rechner im Netz kaufen. Aber im Netz meinen Ansprüchen entsprechend für gut befundene Rechner habe ich hier nirgends gefunden. Man kann sie sich nicht anschauen, in manchen Läden zwar bestellen, aber dann muss man sie auch kaufen. Aber dann kann ich sie auch gleich im Netz kaufen, was ich ja nicht wollte. Und damit sind wir bei einem total unsexy Erfolgsrezept von Apple: Vertrieb. In Bielefeld fallen mir spontan vier oder fünf Läden ein, wo ich Macbooks angucken, anfassen und bei Gefallen kaufen kann. Das kann man halt bei anderen Rechnern mit unterstellter halbwegs vergleichbarer Qualität nicht.
Haptische und sonstige Qualitäten
Womit wir beim nächsten Thema sind: Ich habe ein Macbook Pro 13". Ich wollte, bspw. für Zugreisen, unbedingt was halbwegs Mobiles aber keinen zweiten Rechner (Netbook). 15" ist zwar gemessen nur etwas größer, fühlt sich aber irgendwie viiieeel größer an. Braucht man am Schreibtisch mehr, dann hilft ein externer Monitor. Entscheidend ist aber das Pro: Das "Präzisions-Unibody-Aluminiumgehäuse" (Apple) ist gran-di-os, das darin eingebettete Touchpad und dessen Bedienung ist phan-tas-tisch, der Akku unter der Haube hält un-glaub-lich laaaaaange (allerdings weiß ich jeweils nicht, wie weit andere da sind, vgl. zweiter und dritter Absatz). Das Display, das mich wegen seiner Verspiegelung lange von einem Kauf abhielt, ok (mehr übrigens nicht; sehr schön wäre eine Auflösung von 1440x900, wie es das 13"-Air hat). Die Tastatur ist sehr gut (diesbegzüglich finde ich mein altes HP gleichgut, das Thinkpad sogar besser). Das Ding ist so leise, wie ich mir das erhofft hatte, der Sound, der 'unsichtbar' aus dem flachen Alu-Gehäuse kommt, überraschend gut. Auch sonst klappt alles tiptop: Anschluss an einen zwoten Monitor, Drucker, Bluetooth, USB-'Surfsticks', die kabellose Mac-Tatatur, die ich mir gegönnt habe, und der ganze Schnickschnack. Warum betone ich solche Selbstverständlichkeiten so? Weil sie mit meinen beiden alten Schätzchen und Linux druff nicht selbstverständlich waren. Glaubt mir, liebe Linuxleute, die alten Komponenten funktionierten mit neuen Linuxen teilweise und trotz intensiver Suche teilweise nicht; ich bin allerdings eher der 08/15-Linux-Nutzer und nicht der Freak, der sich seinen Treiber dann eben selbst programmiert. Das trifft insbs. auf den zwoten Monitor zu, ich weiß allerdings daß neue Linuxe mit aktuellen Grafikkarten damit keine Probleme haben.
Mac OS vs. KDE
Und mit all dem sind wir schon mitten drin im Thema Betriebssystem-Features und -Bedienung. Abgesehen vom im vorherigen Absatz Gesagten (alles bisher Genutzte funktioniert einwandfrei) gilt : Mac OS ist ok, in mancherlei Hinsicht sehr gut. Aber unter'm Strich ist ein 'modernes' KDE-Linux besser (übrigens bin ich bei Windows auf XP-Status stehengeblieben, deshalb nehme ich Windows der Fairness halber hier nicht in die Wertung; ich war sehr lange mit XP auf meinem HP übrigens sehr zufrieden!): Ich hatte KDE nach spätestens zwei Monaten (siehe erster Absatz!) so konfigurieren können, daß ich die Sachen, die ich hauptsächlich mit dem Rechner mache, etwas besser/flüssiger erledigen konnte. Das hier jetzt im Detail aufzudröseln würde zu einem unerträglich langen Beitrag führen. Es geht viel um Tastaturbedienung, die bei Linux besser konfigurierbar ist und die bei Mac OS teilweise unschlüssig sind oder sich mit anderen, offenbar nicht konfigurierbaren, überschneiden. Zumindest hatte ich es beim KDE schneller raus, das gemäß meiner Wünsche zu konfigurieren. Glücklicherweise gibt es das phan-tas-tische Touchpad, das in fast allen Belangen eine Maus überflüssig macht über den Aspekt Tastaturbedienung oder besser: Bedienung ohne Maus sehr hinweghilft. Was vielleicht etwas überrschend rüberkommt: Ist vielleicht Geschmackssache, aber das Schriftenrendering find ich bei KDE selbst bei meinen ollen Rechnern besser. Ein weiterer Punkt ist die, ich nenne es mal, bessere, zumindest ohne weitere Bemühungen nahtlosere Integration von anderen Servern (da soll sich bei Mac OS ja mit Plugins noch was machen lassen; aber will man sich erst Plugins suchen...?).
Das Auge rechnet mit
Befassen wir uns abschließend noch kurz mit der Ästhetik: Das grandiose "Präzisions-Unibody-Aluminiumgehäuse", die darin eingebettete schwarzen Tasten (und nicht wie früher anfänglich hellen und nach einem halben Jahr dreckigen) und das Fehlen irgendwelcher aus der Reihen tanzenden Extra-Knöppe sind natürlich sehr schön, die Beleuchtung der Tatatur in machen Situationen sogar sehr hilfreich (hab ich allerdings meistens ausgeschaltet, um die Akkulaufzeit zu erhöhen). Der zentral und etwas überdimensioniert auf dem Deckel leuchtende Apfel allerdings protzigster Markenkitsch. Überlege ja immer noch, ob ich irgendwomit überkleben soll. Zum Glück sehe ich ihn normalerweise nicht an meinem Rechner.
Fazit
Unter'm Strich gilt im Lichte des Apfels betrachtet: Bin (nicht sooo überraschenderweise, ich hatte ja bereits vorher an Macbooks gesessen) sehr zufrieden. Am besten sind vglw. profane Dinge wie Akkulaufzeit und das Touchpad. Nicht immer irgendwelches Kabelgedöns und ne Maus mitschleppen müssen, ist ein ganz anderes Feeling. Die Entscheidung für ein 13" Pro (und nicht Air, wo ich kurz vor dem Kauf doch noch hintendierte) war goldrichtig: Irgendwie hab ich damit alles (halbwegs mobiles 'Netbook', zusammen mit externem Monitor: Arbeitsgerät, DVD-Player...) in einem Gerät. Und vielleicht krieg ich ja in den nächsten Monaten noch ein paar Sachen konfiguriert, die auch die Zufriedenheit bzgl. des im vorletzten Absatz Gesagten steigen lässt.
PS: Übrigens ist mir das Ding bisher einmal abgestürzt, richtig abgestürzt: Das, was bei Windows früher der blaue Bildschirm war, war beim Mac der weiße Bildschirm, sonst nix; kein Apfelgriff, nur 'hartes' Ausschalten half.
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