Der ein oder andere Webdewelopper, der beim Lesen der Überschrift womöglich an irgendwelche neusten und coolsten Chrome/Gears/Android-Features oder Wunder-APIs denkt, wird enttäuscht sein: Es geht nicht nur um die Suche ohne Google, sondern sogar gänzlich ohne Internet/Computer/Handy/WasWeißIch. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Man fahre nach Kalifornien ins Silicon Valley und cruise dort durch Moutain View, frage ein paar Passanten "Excuse me, could you tell me where we can find the Google Company?", hole sich nach Antwort 1 "Sorry, I come from Palo Alto" und Antwort 2 "Sorry, I know where Ebay and Nokia is, but Google...?" schließlich Antwort 3 "This street along, next Xing left into Bla St and then right into Blubb Ave" ab und folge dieser Webbeschreibung. Und schließlich hat man einen Googletreffer:

Leider dauerte unsere Googlesuche so lange, daß dort grad Feierabend war als wir ankamen. Doch wieso "leider"? Schön zu sehen, daß dort Feierabend gemacht wird wie bei Miele, wo ich früher mal am Waschmaschinenband jobbte. Wie auch bei Miele gibt es bei Google Werksräder

sowie einen Bus-Shuttle für die Werktätigen, die lieber in San Francisco leben (sowas gab's meiner Erinnerung nach früher übrigens auch für Mieleaner, die in Bielefeld wohnten). Die angepasste Mehrheit lief mit Macbooks über das nach Ansicht meines in diesen Dingen sehr kompetenten Mitreisenden landschaftsplanerisch sehr anspruchsvoll gestaltete Gelände, die anderen mit Thinkpads. Schön auch, daß weitere Klischees erfüllt werden: So sprang sofort ein Kicker ins Auge (nicht fotografiert; der ist natürlich sowas von Web 1.0, daß wir diskutierten, ob das Selbstironie sein soll), eine volleyballspielende Betriebssportgruppe

oder crazy Kunst am Bau,

die vermutlich von irgendeinem (Insider-?)Humor geleitet war, den wir nicht richtig verstanden haben.
Aufgrund der unerwartet langen Dauer unserer Googlesuche waren wir nicht mehr motiviert genug, auf einem der anderen Betriebsgelände in der Nähe nach so etwas wie einem Visitor Center zu suchen. Wir spielten auch noch kurz mit dem Gedanken, uns am Empfang bei den Herren Page und Brin anzumelden. "Haben Sie einen Termin?" - "Äh, nein." - "In welcher Funktion möchten Sie mit ihnen sprechen?" - "Wir sind Nutzer ihrer Suchmaschine" - "Ah ok, ich melde Sie an. [Kurzer Anruf]. Bitte folgen Sie mir"...
Doch wir gaben uns schließlich damit zufrieden, daß wir trotz des allgegenwärtigen Google-Security-Services einfach so über das Gelände spazieren und durch die Fenster in die Gebäude gucken konnten (wir kamen sogar mit dem Wagen auf das Gelände!): Das ist ein Unterschied zu Miele. Aber Google fährt mit seinen Streetview-Autos ja ebenfalls durch die Gegend und fotografiert anderer Leute Gelände – don't be evil...
Kommentare
30.09.2009 - 10:29 — arne_ (not verified)
Herrlich herrlich :) Köstlich
Herrlich herrlich :)
Köstlich amüsiert ich mich habe. Kannst du so ein Fahrrad mitbringen für die ZEIT ONLINE Flure? ;)
30.09.2009 - 11:46 — ben_ (not verified)
Jungs! Mein Neid ist
Jungs! Mein Neid ist grenzenlos. Ist das W. auf dem Fahrrad?
30.09.2009 - 13:02 — Thomas
Yep, das ist W.
Yep, das ist W.
30.09.2009 - 20:44 — hoshiohneunterstrich (not verified)
ich schmeiss mich
ich schmeiss mich weg.
wirklich grossartig geschrieben.
les' ich gleich nochmal!
06.08.2010 - 07:52 — Internet = Fernsehen 2.0? | ich-partizipiere (not verified)
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[...] wir, daß das Dementi in Mountain-View ganz cool vom Praktikanten auf dem Weg vom Volleyballspielfeld und Feierabendbus verfasst wurde und er Begriff "Netzneutralität" einfach vergessen hat, auch noch im Statement [...]