Neulich erst darüber geschrieben, daß Neo-Nerd-Sein in den großen Metropolen grad mega-in ist. Und weil ich einfach mal ganz trendy sein will, berichte ich heute über folgendes:
Aufgrund meiner gegenwärtigen Tätigkeit musste ich neulich mehr oder weniger gezwungendermaßen wieder mal Eclipse anschmeißen. Warum gezwungenermaßen? Antwort: Ich habe im vergangenen Jahr häufig damit gearbeitet und es war eigentlich, funktionsumfangmäßig, sehr gut – jedoch total laaaaaaangsaaaaaaam. Aber Eclipse ist mittlerweile eine Version weiter als letzten Sommer und mein Betriebssystem sogar zwei. Und eine von beiden oder die Kombination aus beiden führte dazu, daß Eclipse mittlerweile zwar nicht superschnell, aber ganz ok läuft. (Ganz nebenbei: vielleicht liegt es auch daran, daß ich keine 15 XSLT/XML-Dateien geöffnet habe, die weil wegen Parsen vielleicht besonders anspruchsvoll sind...?).
Gezwungenermaßen habe ich mich in den letzten Wochen auch in die Vim-Kultur eingearbeit. Warum gezwungenermaßen? Antwort: Es ist ein mir völliges Rätsel (und ein Haufen Mail-Hin-und-Her mit dem Support des Hosters brachte keine Antwort): Ich werde mit dem Standard-Editor meiner Wahl (Kate) seit dem OS-Update immer nach zwei, drei Minuten immer vom Server geschmissen (warum ich es nicht mit Eclipse probiert hab, weiß ich auch nicht). Außerdem war ein Anlasse eine Aufgabe vor ein paar Wochen, für die es keine bessere Möglichkeit als Vim gab (weil mir Vim damals noch nicht ganz geheuer war und es sehr schnell gehen musste, hab ich selbstverständlich eine schlechtere Möglichkeit in Form eines lustigen Workarounds gewählt; ich bin heut noch etwas 'stolz' auf meine absurde, aber funktionierende Idee, mit der ich mich um vim herumgedrückt habe).
Und jetzt kommt's: Von der Laaaaaaangsaaaaaamkeit abgesehen hatte ich Eclipse schon vorher ganz lieb. In den letzten Tagen habe ich mit ein Features gearbeitet bzw. welche entdeckt (auf Details will ich hier nicht eingehen), die mich Eclipse zusammen mit der Nicht-Mehr-Laaaaaaaangsaaaaaamkeit noch lieber haben lassen. Aber: Auch mit Vim konnte ich mit anfreunden – insbesondere die Art und Weise, wie man mit Vim im Text navigiert und sucht, ist schon etwas praktischer als wenn erst ein kleines Fenster aufgeht (warum Eclipse da auf so einem IE5-Stand ist, ist mir ein Rätsel).
"Eclipse als Entwicklungsumgebung und Vim als Editor müsste man kombinieren, das wär cool und dann würde ich vim nicht mit der Zeit wieder verlernen" dachte ich und gab mal was Entsprechendes auf der Seite eines großen Suchmaschinenbetreibers ein*. Glücklicherweise haben auch andere so wie ich gedacht und bereits einen Haufen Vim-Plugins für Eclipse geschrieben, von denen ich mich nach kurzem Forenüberfliegen für Vrapper entschieden habe. Und tatsächlich: Im Text kann man die vim-Kommandos nutzen. Obwohl ich sagen muss, daß die Vim-Kommandos nicht uneingeschränkt gilt: Gebe ich bspw. Strg+v ein, dann fügt Eclipse den Inhalt des Zwischenspeichers ein. Aber vielleicht kriege ich auch das noch hin...
OK, watt so'n richtigen Nerd ist, der lächelt müde und sagt: "Meine Entwicklungsumgebung ist die Kommandozeile!" und und ich hab ihnen nicht ohne Respekt zugeschaut, den Leuten, für die Eclipse, Zend Studio, Kate, TextMate und der ganze Kram nicht hätte entwickelt und die Maus nicht hätte erfunden werden müssen. Auch wenn das Thema dieses Textes also nicht besonders nerdig ist – etwas neo-nerdig und damit Teil einer Jugendbewegung ist es schon.
* ich musste etwas grinsen, weil – zumindest bei mir – auf dem ersten Platz die Seite des "Haskell-Stammtisch in Dortmund" erscheint. Die sind, so rein neo-nerd-mäßig, auch ganz gut mit dabei auf der Trendwelle.
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