Die Kulturindustrie mästet uns mit Apps, bis wir uns nicht mehr bewegen können

(...) dessen [Adornos] Konzept der Kulturindustrie und seinen Überlegungen zur Rolle des Fernsehens. (...) Aus seinem Monitor heraus reicht uns die Kulturindustrie ihre Produkte mit dem Löffel, eingeteilt in kleine, wohlgeformte Portionen
(...)
Wir lassen uns [mit Apps statt offenem Web] Informationen in leicht verdaulichen Häppchen servieren, lassen uns mit dem Löffel füttern, anstatt selbst aktiv zu werden und etwas in unsere Browser einzutippen. Kontrolliert wird dieses Konstrukt von Konzernen wie Apple, die bestimmen, welche Apps man kaufen kann und welche nicht.
(...)
Auch jetzt, in der "App Economy", kann man es sich kaum vorstellen, dass sich Nutzer künftig nur noch übers iPad von der Kulturindustrie berieseln lassen, dass sie nur noch empfangen, statt selbst zu suchen und zu senden. [spiegel.de]

Tja, man kann sich viele Dinge kaum vorstellen – aber cool, das ist ja genau das, worüber ich damals mit Ben diskutiert habe. Na ja, zumindest hab ich damals versucht, das auszudrücken...

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Kommentare

Meh. Mein Kommentar ist

Meh. Mein Kommentar ist weg?!

Wenn man den "Ich bin doof"

Wenn man den "Ich bin doof" Haken nicht macht, wir die Node mit leerem Kommentarfeld nochmal geladen.

Äh. Wolhgemerkt: Ohne

Äh. Wolhgemerkt: Ohne Fehlermeldung.

Sorry, da muss ich mal auf

Sorry, da muss ich mal auf Fehlersuche gehen... Aber wie hast du denn die Kommentare jetzt hier hingekriegt...? Interessieren würd's mich inhaltlich natürlcih schon.

Du hast recht, wenn ich

Du hast recht, wenn ich anonym nen Kommentar schreibe, passiert das auch. Aber: Wie hast du deine Kommentare denn hier hingekreigt?

Das ist lustig, dass Du auf

Das ist lustig, dass Du auf unsere Diskussion verweist, denn im letzten halben Jahren sind ja ein paar Dinge passiert. A) Zum einen habe ich meine Meinung ja ziemlich drastisch geändert. B) Zum andern anderen Seite hate die aktuelle Entwicklung mich aber in meiner Meinung auch bestärkt. C) V.a. aber hab ich ein anderes Verhältnis zum ganzen Diskurs verändert. Aber eines nach dem anderen.

A) Inzwischen erhebe meine Stimme ja auch im den Chor der Apple-Kritiker. Was Apple da aufbaut, ist nichts anderes als Spielzeuge, Game Boys der 00er und 10 für die Leute, die früher … Game Boys hatten. Apple legt gleichzeitig ein elternmäßigen Bevormundungs-Gebahren an den Tag, dass ich inzwischen auch nicht mehr leiden kann.

C) Gerade aber vor diesem Hintergrund wird noch deutlich, welche Qualitäten inzwischen Laptops erreich haben, welche Entwicklung hier stattgefunden hat, auch und gerade im Hause Apple. Der Laptop ist Dreh- und Angelpunkt geworden. Er bietet die Freiheiten, die uns Apple auf seinen Gadgets verwehrt und hat gleichzeitig eine Leichtigkeit und Widerstandslosigkeit erreicht, die ihn zu einem angenehmen Werkzeug machen.

D) Das alles entscheidenden aber – und hier geht es auf die Metaebene, in die Metaerzählung – dieser Diskurs ist sinnlos. Was aus der Punlizistik an Technologie-Kritik kommt ist in einem Maße flach und verkürzt und inhaltsleer, dass es zu schlicht nichts weiter führt als authistischen Zirkelschlüsseln, Schattenboxenkämpfe zweier Branchen, die die Medienkonvergenzrevolution zu einer verschmilzt.

Fast 10 Jahre hab ich diesesn Diskurs verfolgt und an ihm teilngenommen. Ohne Ergebnis. Apple macht sein Ding, egal was irgendwer in Deutschland schreibt. Google macht sein Ding, egal, was irgendwo gedruckt wird. Und mit Ausnahme einer handvoll Artikel von Leuten wir Göldi oder Reichenstein, habe ich in zehn Jahren nichts erhellendes, erweiterndes oder irgendwie interessantes gelesen. Es wird Zeit, aufzuhören diese Texte zu lesen.

Lest lieber Lyrik! Lest Romane! Egal von wem.

@Ben: Bei A) und C) will ich

@Ben: Bei A) und C) will ich überhaupt nicht widersprechen. Bei D) aber etwas: Ich hatte nie die Illusion, daß sich Apple oder Google oder wer ganz anderes von deutschen Publizisten oder Blogs davon abhalten ließen, daß Netz zum Geldverdienen zu nutzen, also "ihr Ding machen", wenn sie irgendwie können. Die Frage war: Ob und wie sie es wohl können. Also, die haben ja schon immer viel Geld verdient. Aber im Kapitalismus geht es ja immer auch darum: Wie kann man noch mehr Geld verdienen*?

Und gerade deshalb hab ich damals deine Serie "Unkapitalismus im Netz" mit sehr großem Interesse gelesen und dachte beim Lesen des zitierten Spiegel.de-Artikels nicht nur an die oben angesprochene Diskussion hier, sondern eben auch an jene Serie. Ich bin mir nun nicht ganz sicher, wen oder was du mit Zirkelschlüssen und Schattenboxenkämpfen meinst, aber ich finde den Spiegel.de-Artikel vor genau diesem Hintergrund deiner Serie sehr erhellend (auch wenn ich mich mit dem Zitat oben mehr auf die Kulturindustrie-Sache konzentiert habe):

Der Kapitalismus erhält demnach auf zweierlei Weise Einzug:

1. Die Netzneutralität wird abgeschafft, also das, was du hier noch als "Fundament des Unkapitalismus im Netz" bezeichnet hast. Der Spiegel.de-Artikel sagt: Das hast du völlig zu recht gemacht und es war sehr weitsichtig von dir, diese als Fundament zu nennen.

2. Das - offene - Netz wird abgeschafft und durch Apps und geschlossene Plattformen ersetzt.

Um nicht zu sagen: Dieser Spiegel.de-Artikel schließt vor dem Hintergrund der jüngeren Entwicklungen eigentlich perfekt an deine Serie an.

Und nun die gute Nachricht: Ich glaube ja nicht, daß das mit der Netzneutralität im Alltag sooooo schlimm wird (höchstens ein schlimme Hürde für Leute, die eine tolle Idee haben wie sie Google damals hatte). Und daß es das offene Netz weiterhin geben wird. Es wird halt nicht mehr von so vielen Leuten genutzt oder vielleicht dann auch wieder doch, weil es vielleicht dann doch hin und wieder interessanter schmeckt ist als das mundgerechte (um es mal so auszudrücken: das offene Netz wird also seltener vom klassischen Mc-Donalds-Konsumenten frequentiert; aber ich glaube, das ist auch gegenwärtig schon der Fall).

Selbstverständlich wird auch viel Schrott zum Thema geschrieben (und ich partizipere auch daran mit). Deshalb hab ich mir ja meine anderen, von der Publizistik größtenteils ignorierten Interessen immer warm gehalten - auch wenn es schwerpunktmäßig nicht gerade Lyrik (aber es geht auch um Lyrik!) und Romane sind ;)

* dazu eine kurze Geschichte, die ich mal irgendwo gelesen und mir gemerkt habe: Charlotte Roche ging angeblich mal, als MTV beschlossen hatte, daß Viva 2 wie Viva werden solle, zu den Entscheidern und fragte sie, ob man nicht wenigstens eine Stunde bekommen könne, in der es mehr um kulturelle Experimente als um Geldverdienen ginge. "Wieso sollten wir auf eine Stunde Geldverdienen verzichten?" entgegneten sie nur – wahrschenlich sogar mit echter Verständnislosigkeit.

Als erstes mal vielen Dank

Als erstes mal vielen Dank für die warmen Worte. Das freut mich aber, dass meine Unkapitalismus-Serie hier noch in guter Erinnerung gehalten wird.

Jetzt zum Punkt. Was ich in D) geschrieben habe ist in der Tat etwas verschwurbelt. Ich sag's mal so: Ich glaube, dass die gedankliche Beschäftigung mit dem Netz durch Journalisten und Blogger in den letzten 10 Jahren ebensogut nicht hätte existieren können. Wäre kein einziger Artikel zu Google, Apple, Web 2.0, Social Media und Netzneutralität geschrieben worden, dann stünden wir heute ganz genau da, wo wir jetzt auch stehen. Darin schließe ich meine eigenen Gedanken und Texte gleich als allererstes mit ein. Wenn wir alle einfach nichts darüber gelesen hätten außer Meldungen wie "Es gibt jetzt Dienst Xy." – wenn wir unsere eigenen Gedanken und Relfexionen dazu nicht aufgeschrieben hätten, dann wäre nicht das geringste anders. Ich glaube, es hätte sich nichteinmal in unseren eigenen Vorstellung vom Netz etwas geändert. Ich würde das Netz vermutlich immer als etwas mit einer unkapitalistischen Eigendynamik betrachten und ich hätte auch Heimweh gebaut.

Ich würde sagen, dass es weltweit vielleicht ein Dutzend Artikel in den letzten 10 Jahren gegeben hat, die ernsthaft etwas verändert haben. Olivers 100e2r-Artikel zum Biespiel. Alles andere sind ziel- und effektlose Wortwolken.

Wenn dem aber wirklich so ist, warum haben wir (Blogger und Journies) das dann gemacht? Mir fallen dann nur zwei Gründe ein, etwas zu tun, was zu nichts führt: 1. Ästhetischer Genuß und 2. Zeitvertreib. Ersteres scheidet ziemlich offensichtlich aus. Und was zweiteres Betrifft: Ja, ich hab mir viel Zeit mir dem Lesen von Techblogs und dergl. verbracht und ich hatte auch eine gewisse Freude daran.
Aber es ist gut jetzt. All das steht mir Oberkante-Unterlippe, all diese Text der Machart "Google ist böse", "Apple ist böse", "Social Media ist das neue Ding", "Das Netz geht unter, wenn", "In Zukunft werden wir alle", "Facebook ist erfolgreich, weil", "Hinter all dem steck". Ich hab den ganzen Kram über und ich denke auch nicht, dass ich auf anmut und demut in Zukunft noch zu diesen Texten schreiben werden. Ich bin raus. Ich lese und schreibe lieber über Literatur und Tiere, über Filme und Japan, über Musik und Menschen.

Ich für meinen Teil bin da raus.

Es mache weiter wer mag, aber ich bitte darum nicht zu erwarten, dass ich das ernster nehme, als … ah! … die Diskussionen auf Blog5. Nichts gegen Blog5! Ich mag euch alle, und Arminia-Fans sind mir ja auch sympathisch. Und ich verstehe, dass man sich gerne darüber austauscht, was der eigene Verein so treibt. Aber es ändert nichts am Ergebnis des nächsten Spieltages. Und anders als Arminia finde ich die Internetindustrie inzwischen zu langweilig, als dass ich mich da auch noch in meiner Freizeit mit beschäftigen mag.

Das Leben ist viel zu kurz, und wenn ich am Ende dastehe und festhalten muss, dass ich etwas so großartiges, wie die Aubrey-und-Maturin-Serie nicht zuende gelesen habe, dafür aber unzählbare Stunden in inhaltsleeren Netzwelt-Artikeln rumgegurkt bin – das wäre schon tragisch.

Anmut und Demut, Thomas, das Schöne und das Gute!

@Ben: "Wäre kein einziger

@Ben: "Wäre kein einziger Artikel zu Google, Apple, Web 2.0, Social Media und Netzneutralität geschrieben worden, dann stünden wir heute ganz genau da, wo wir jetzt auch stehen." --- Das habe ich oben versucht auszudrücken ("nie die Illusion...").

Ebenso habe ich mir in kurzen Anwandlungen von Realitätssinn immer wieder klargemacht, daß ein Blog5-Artikel nix am Ergebnis des nächsten Spieltags ändert. Übrigens findet ja das, was wir im Großen mit Google/Apple/Internet/Blogs beschreiben, interessanterweise seine Entsprechung im kleinen Arminia-Umfeld: Die ganzen Blogs/Foren/Fan-Diskussion/Stadion-Transparente/etc haben auch nix an der Osttribüne (und der damit einhergehenden Fast-Pleite von Arminia) ändern können. Aber gut, daß wir drüber geredet haben ;)

Die Benamsung dieses Blogs hier war ja nie ganz ohne Ironie gemeint ;)

Ansonsten gilt: Womit jemand seine Zeit verschwendet ...äh: verbringt (was man also für unterhaltsam, ja sogar: für ästhetisch hält), ob mit Literatur, Sport, Netzpolitik, Lesen von Rock- & Popmusik betreffenden Artikeln (ich hab erst gestern zufällig eine Intro in die Finger gekriegt und sie nach dreineinhalb Minuten Bilder anschauen weggeschmissen), Heimatkultur, Briefmarkensammeln oder von allem etwas, das muss halt jeder selbst wissen. Aber für mich persönlich sind die jüngeren Ereignisse keine Zäsur, sie stellen keine neue Erkenntnis / Ernüchterung in dem Sinne dar als ich denke, man könne den Gang der Entwicklung nun doch nicht beeinflussen – durch drüber Bloggen nicht und nur durch drüber Lesen schon nicht. (glauben, man könne nur durch Lesen etwas anderes außer sich selbst verändern, ist ja ohnehin albern) – also höre ich auf, mich damit zu beschäftigen. PS: Übrigens ließe sich, was du schreibst, mit ganz ähnlicher Argumentation ja auch insgesamt auf Politik übertragen.

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