Das war die Wirtschaftskrise, jetzt kommt das Wirtschaftswunder: Nach einem dreiviertel Jahr des schwindelerregenden Auf und Abs, waren die Schlagzeilen der vergangenen Woche urplötzlich von einheitlichen und zwar guten Konjunkturnachrichten geprägt:
- spiegel.de: Börsenboom weckt Hoffnung auf Krisenende
- spiegel.de: Amerika spekuliert auf ein Ende der Rezession
- spiegel.de: US-Wirtschaft bremst Talfahrt
- manager-magazin.de: Konjunkturoptimismus lässt Ölpreis springen
- zeit.de: In den USA kündigt sich der Aufschwung an
- faz.net: Konjunktur springt wieder an
- wiwo.de: Aufwärtstrend beim Konjunkturklima setzt sich fort
- handelsblatt.com: US-Börsen hoffen auf weitere positive Signale

Um all diese Beobachtungen, Meldungen und Spekulationen auf ein knallhartes wirtschaftswissenschaftliches Fundament zu stellen, sei darauf hingewiesen, daß sie Hand in Hand mit dem IPEX ("Ich Partizipiere Export Index") gehen, wonach ein Regenbogen, der sich durch dicke, graue Wolken erfolgreich hinunter zum Containerhafen kämpft, mit hoher Wahrscheinlichkeit einen lang anhaltenden Aufschwung ankündigt. Es geht also wieder aufwärts, die Krisenkinder dürfen wieder lachen...
...und ich darf mich ärgern, denn ich wollte aus der Wirtschaftskrise eigentlich noch Kapital schlagen, indem ich den "Jetzt kommt das Wirtschaftswunder"-Gassenhauer in "Jetzt kommt die Wirtschaftskrise" umdichte und monatelang die Charts anführe. Tja, wer zu spät kommt, den bestraft die Konjunktur. Doch andererseits: Wer hätte in der Krise das nötige Kleingeld in der Tasche gehabt, um meine CD zu kaufen? Die Investition in einen solchen Song kann sich nur in Boom-Zeiten amortisieren.
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