Heute fragte ich mich, warum im öffentlichen Raum eigentlich nicht Obstbäume stehen. Weil ich das laut fragte und nicht alleine war, bekam ich auch eine Antwort: Irgendwie nicht so pflegeleicht und damit zu teuer für die öffentliche Hand. Egal, darum soll's hier nicht gehen.
Irgendwer brachte ins Spiel, der Mehraufwand könne ja von engagierten Privatpersonen übernommen werden; im Rahmen sogenannter "Baumpatenschaften". Ja sicherlich, aber sowas werde im öffentlichen Raum, wenn überhaupt, mal an Schulen übertragen, von denen man im Gegensatz zu Privatpersonen wisse, daß es sie ewig gebe, also noch in 50 Jahren dort stünden.
"50 Jahre?" fragte ich. "Dafür, daß eine Schule von heute in 50 Jahren immer noch dort steht, wo sie jetzt steht, würde ich meine Hand aber nicht ins Feuer legen!" Und wer weiß: Kann sich die Schule allein in 30 Jahren, wenn alle Lehrer und Hausmeister von heute nicht mehr dort sind, überhaupt noch an diese blöde Baumpatenschaft, eine von vielen weiteren Verpflichtungen, die in all den Jahren hinzugekommen sind, erinnern? Will sie das überhaupt noch? Diese 'Verpflichtung', die aus einem ganz anderen Zeitgeist heraus entstanden ist; sich mit solchen Sachen rumschlagen, auf die man eigentlich gar keinen Bock hat und wonach einen damals auch niemand gefragt hat. "Ach, dieses Jahr schneiden wir die Äste mal nicht raus! Und nächstes Jahr gucken wir mal..."
"50.000 Jahre?" dachte ich mir anschließend als mir "Atommüll" in den Sinn kam.
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